Das Werk Montezuma

Exponat-Nr. 49: Antoine Pesne: »Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth in Pilgertracht«, um 1750

Öl auf Leinwand
145 x 111 cm
© Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Fotothek
GK I 5239 | F0013461
Fotograf: Roland Handrick


Wilhelmine von Bayreuth (1709 –1758), geborene Prinzessin von Preußen, war die zweieinhalb Jahre ältere Lieblingsschwester Friedrichs II. Nach ihrer Verheiratung an den Bayreuther Markgrafen lebte sie von 1732 bis zu ihrem Tod in der fränkischen Residenzstadt. Sie betätigte sich u. a. als Verfasserin von Lebenserinnerungen, malte, komponierte, spielte mehrere Instrumente, verfasste Opernlibretti und leitete die Hofoper. Friedrichs Hofmaler Antoine Pesne schuf ihr Bildnis etwa in der Zeit, in der Wilhelmine mit dem Bruder die Einzelheiten des Montezuma-Textes und seiner Vertonung in Briefen diskutierte (Exp.-Nr. 52 –57 ). Die Fürstin ließ sich hier mit verschiedenen Attributen darstellen, die sie als kunstsinnige und dem Ideal der Freundschaft zugewandte Person charakterisieren sollten: eine Partitur, Bücher und Pastellkreiden stehen für Musik, Literatur und Malerei, der Hund symbolisiert die Treue, und bei dem Buch handelt es sich um ein Werk über die Freundschaft.
Über fast drei Jahrzehnte korrespondierte Wilhelmine mit ihrem Bruder Friedrich. Dieser Briefwechsel, der nicht vollständig veröffentlicht ist, stellt eine wichtige Quelle für das Hoftheater und die Hofmusik in Rheinsberg, Berlin, Potsdam und Bayreuth dar. Immer wieder verständigen sich die Geschwister über künstlerische Fragen, aber auch über Organisatorisches: Was ist gute Opernmusik? Wo bekommen wir die besten Sängerinnen und Sänger her? Wie sollen unsere Opernhäuser gebaut werden? Wie kann man die Qualität der Hofkapelle verbessern?
Wilhelmines Rolle für das ästhetische Profil der preußischen Musik- und Theaterinstitutionen, die ihr Bruder einrichtete und betrieb, ist deshalb kaum zu überschätzen.
(Ruth Müller-Lindenberg)


Literatur
Krückmann, Peter O. (Hrsg.): Das Bayreuth der Markgräfin Wilhelmine (Ausst. Bayreuth 1998). München und New York: Prestel, 1998 (Paradies des Rokoko 1).

Krückmann, Peter O. (Hrsg.): Galli Bibiena und der Musenhof der Wilhelmine von Bayreuth (Ausst. Bayreuth 1998). München und New York: Prestel, 1998 (Paradies des Rokoko 2).

Müller-Lindenberg, Ruth: Wilhelmine von Bayreuth. Die Hofoper als Bühne des Lebens . Köln u. a.: Böhlau, 2005 (Europäische Komponistinnen 2).

Gipper, Andreas: »›Je ne me suis jamais piquée d’être philosophe …‹ Philosophie und aristokratischer Habitus in der Korrespondenz Wilhelmines von Bayreuth«, in: Günter Berger (Hrsg.): Wilhelmine von Bayreuth heute. Das kulturelle Erbe der Markgräfin. Bayreuth: Ellwanger, 2009 (Archiv für Geschichte von Oberfranken, Sonderband). S. 71– 86.

Henze -Döhring, Sabine: Markgräfin Wilhelmine und die Bayreuther Hofmusik . Bamberg: Heinrichs-Verlag, 2009.

Henze -Döhring, Sabine: Friedrich der Große. Musiker und Monarch . München: Verlag C. H. Beck, 2012.

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