Das Werk Montezuma

Exponat-Nr. 52: Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth an ihren Bruder, König Friedrich II. (Brief vom 25. April 1754) | © GStA / Bildstelle

Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz
© GStA / Bildstelle
BPH, Rep. 46 König Friedrich Wilhelm I., W17,
Bd. III, 5 (1754), fol. 11 Vs/ Rs


Wilhelmine bedankt sich für die Übersendung des Montezuma-Textes, lobt ihn ausführlich und gibt gleichzeitig zu bedenken, ob es nicht besser wäre, aus den Cavatinen Arien mit kurzen Ritornellen zu machen (vergleiche Exp.-Nr. 44 ). Dieser Brief ist auszugsweise und in französischer Sprache bei: »Ludwig Schiedermair: Bayreuther Festspiele im Zeitalter des Absolutismus . Studien zur Geschichte der deutschen Oper. Leipzig: C. F. Kahnt Nachfolger, 1908« (S. 129) wiedergegeben.
Was Wilhelmine mit »Ritornelle« meinte, muss unklar bleiben, da nicht bekannt ist, in welchem Ausmaß der verschollene Entwurf Friedrichs konkrete Angaben zur musikalischen Disposition enthielt.

Originaltext

»J’ai eu L’honneur de recevoir votre Heros Mexiquain j’en ai étée enchantée. Les Sentiments, Les positions et la Conduite de ...la piece, touts cella dis je est exelant je faits ecrire les Rôles pour Les faire distribuer aux Comediens, et je conte que dans 3 semaines La piece sera jouée. Je ne scai mon tres cher Frere si la Musique ne souffrira point de ce que les airs ne sont pas repetez. Si j’ose le dire je crois quil vaudroit mieux retrancher les ritornelles qui font terriblement Languir L’action et ne faire des Cavata que des Airs d’expression Je n’ai pas osé encore risquer de bannir tout a fait les Ritornelles mais j’en retranche autant que je puis.«
weiter lesen

Übersetzung

»Ich hatte die Ehre, Deinen mexikanischen Helden zu empfangen. Ich war entzückt. Die Gefühle, die Konstellationen und der Gang der ...Handlung, all das ist exzellent. Ich lasse die Rollen abschreiben, um sie unter den Schauspielern aufzuteilen, und ich denke, in drei Wochen werden wir das Stück spielen. Ich weiß nicht, mein sehr lieber Bruder, ob die Musik nicht darunter leiden wird, wenn das Da capo wegfällt. Ich glaube – wenn ich das sagen darf –, dass es besser wäre, die Ritornelle zu kürzen, bei denen die Handlung schrecklich leidet, und aus den Cavatinen Arien zu machen. Ich habe es nicht gewagt, die Ritornelle ganz und gar zu streichen, aber ich kürze sie soweit wie möglich.«
weiter lesen

Literatur:
Schiedermair, Ludwig: Bayreuther Festspiele im Zeitalter des Absolutismus. Studien zur Geschichte der deutschen Oper. Leipzig: C. F. Kahnt Nachfolger, 1908.

Exponat-Nr. 52: Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth an ihren Bruder, König Friedrich II. (Brief vom 25. April 1754) | © GStA / Bildstelle vergrößern

Exponat-Nr. 52: Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth an ihren Bruder, König Friedrich II. (Brief vom 25. April 1754) | © GStA / Bildstelle vergrößern

1...10...131415
|||