Das Werk Montezuma

Exponat-Nr. 53: Friedrich II. an seine Schwester, Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth (Brief vom 4. Mai 1754) | © GStA / Bildstelle

Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz
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BPH, Rep. 47 König Friedrich II., Nr. 305–10
(Lettres du Roi, 1753–55), fol. 61 Vs


In der Diskussion über die Arienformen (vergleiche Exp.-Nr. 44 , 52 ) plädiert Friedrich für die Cavatine mit dem Argument, dass man schon sehr gute Sängerinnen und Sänger brauche, die imstande seien, die für Da-capo-Arien erforderlichen Verzierungen zu improvisieren – ein Problem, das sich bei der zweiteiligen Cavatinenform in weit geringerem Maße stellt:

Originaltext

»(J)e suis charmé de ce que Vous soyéz Contante de mon opera, quant au Cavati, jen ai vu de Hase ...qui sont infiniment plus jolis que les airs et qui passent rapidement, il ne faut des reprisses que lorsque Les chanteurs Savent variér la Musique mais il me semble que d’ailleurs il ya de l’abus a repetér quatre fois La Meme Chose.«
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Übersetzung

»Ich freue mich, dass Sie mit meiner Oper zufrieden sind. Was die Cavatinen betrifft, so habe ich welche von Hasse ...gesehen, die unendlich hübscher als die Arien sind und schnell vorüberziehen. Man benötigt Reprisen nur dann, wenn die Sänger die Musik variieren können; mir scheint jedoch, dass man gemeinhin die Unart hat, viermal dieselbe Sache zu wiederholen.«

(Übersetzung nach HENZE-DÖHRING 2009, S. 103)
(Ruth Müller-Lindenberg)

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Literatur:
Henze-Döhring, Sabine: Markgräfin Wilhelmine und die Bayreuther Hofmusik. Bamberg: Heinrichs-Verlag, 2009.

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