Das Werk Montezuma

Exponat-Nr. 64: Wilhelmine von Bayreuth: »›Argenore‹. Tragödie für Musik«, wohl 1740

autographe Partitur
Staatliche Bibliothek Ansbach (Schlossbibliothek)
SB110/VIg44


Ähnlich wie ihr Bruder Friedrich schrieb Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth (1709–1758) Prosaentwürfe zu Operntexten, die ihre Hofdichter in ein bühnentaugliches Italienisch zu übersetzen hatten. Ein solches Werk ist die Tragödie für Musik Argenore. In diesem Stück nimmt die Titelfigur, der König Argenore, sich am Ende das Leben, weil er erkennt, dass er das Verderben seiner beiden Kinder verschuldet hat. Eine derartige Szene war wohl in einer französischen Tragédie, nicht aber in einem höfischen Dramma per musica denkbar, das stets mit einem guten Ende versehen werden musste. Argenore ist Wilhelmines einzige Opernkomposition. Die Selbstmordszene ist wie Eupaforices Suizid in Montezuma als Accompagnato-Rezitativ gestaltet.
(Ruth Müller-Lindenberg)


Literatur
Bauer, Hans-Joachim: Rokoko-Oper in Bayreuth: »Argenore« der Markgräfin Wilhelmine. Laaber: Laaber, 1983 (Thurnauer Schriften zum Musiktheater 8).

Wilhelmine von Bayreuth, Markgräfin: Argenore (1740). Oper in drei Akten. Text von Giovanni Andrea Galletti. Hrsg. von Wolfgang Hirschmann. Mainz: Schott, 1996 (Das Erbe deutscher Musik 121. Abteilung Oper und Sologesang 13).

Müller-Lindenberg, Ruth: Wilhelmine von Bayreuth. Die Hofoper als Bühne des Lebens . Köln u. a.: Böhlau, 2005 (Europäische Komponistinnen 2).

Henze -Döhring, Sabine: Markgräfin Wilhelmine und die Bayreuther Hofmusik . Bamberg: Heinrichs-Verlag, 2009.

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