Das Werk Montezuma

Exponat-Nr. 69: Andreas Møller: »Carl Heinrich Graun«, um 1750

Öl auf Leinwand
40, 0 x 31,5 cm
© bpk | Staatliches Institut für Musikforschung Preußischer Kulturbesitz
Bildarchiv

bpk: 00041288 | Or° Carl H. Graun
Fotograf: Dietmar Katz


Carl Heinrich Graun (1703/4–1759), aus Sachsen stammender Schüler der berühmten Dresdner Kreuzschule, war von 1725 bis 1735 als Tenor und Komponist am Hofe des Herzogs von Braunschweig-Wolfenbüttel engagiert. Dort komponierte er seine ersten Opern und dürfte dem Kronprinzen Friedrich von Preußen aufgefallen sein, als dieser 1733 in Salzdahlum Prinzessin Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern heiratete: Die Musik zu der im Rahmen der Hochzeitsfeierlichkeiten aufgeführten Festoper Lo specchio della fedeltà stammte von Graun. Friedrich holte ihn 1735 nach Ruppin/Rheinsberg an seinen Musenhof, machte ihn nach seiner Thronbesteigung 1740 zum Hofkapellmeister und schickte ihn nach Italien mit dem Auftrag, geeignete Sängerinnen und Sänger für die zu gründende Hofoper anzuwerben. Von der offiziellen Einweihung des Königlichen Opernhauses an (Dezember 1742) komponierte Graun bis zum Beginn des Siebenjährigen Krieges (1756) jährlich ein bis zwei Opern, die in der Karnevalssaison (Dezember/Januar) und zum Geburtstag der Königinmutter Sophie Dorothea (27. März) aufgeführt wurden. Nach aktuellen Forschungen teilte er sich die Aufgabe, Friedrich II. in der Komposition zu unterrichten, mit seinem Bruder Johann Gottlieb, der ebenfalls der Hofkapelle des Kronprinzen und späteren Königs angehörte.
Große Berühmtheit erlangte Graun seit 1755, dem Jahr, in dem seine Passionskantate Der Tod Jesu erstmals aufgeführt wurde. Das Stück erklang jahrzehntelang regelmäßig in der Passionszeit und wurde in der Fach- und Romanliteratur der Zeit zum Inbegriff empfindsamer Musik.
Der Däne Andreas Møller (1684–1762) schuf das Porträt um 1750. Ein vom Staatlichen Institut für Musikforschung in Auftrag gegebenes Gutachten des Kunsthistorikes Helmut Börsch-Supan legt dar, dass es sich dabei um eine Vorstudie zu einem verschollenen halbfigurigen Porträt handelt. Letzteres lasse sich nachweisen durch ein Schabkunstblatt von Valentin Daniel Preisler (1752). Der Preislersche Stich diente Adolph Menzel als Vorlage für die Darstellung Grauns auf dem Gemälde »Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci« (Exp.-Nr. 8 ).
(Ruth Müller-Lindenberg)


Literatur
Henzel, Christoph: Art. »Graun, Carl Heinrich«, in: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Allgemeine Enzyklopädie der Musik. 2. neu bearbeitete Ausgabe. Personenteil, Bd. 7. Kassel u. a.: Bärenreiter 2002. Sp. 1506 –1525.

Henze -Döhring, Sabine: Friedrich der Große. Musiker und Monarch. München: Verlag C. H. Beck, 2012.

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