Das Werk Montezuma

Exponat-Nr. 79: Arrangement der Arie »Se il dovere« aus ›Montezuma‹ für Gambe und Basso continuo

Handschrift
© Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz
Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv

KHM 1850


Das Notenblatt aus den Beständen der Berliner Staatsbibliothek zeigt ein Arrangement von Montezumas Arie »Se il dovere« aus dem ersten Akt für Gambe und Generalbass. Es wurde für den Thronfolger Friedrich Wilhelm (1744–1797), einen Neffen Friedrichs II. geschrieben und transponiert die originale Tonart E-Dur nach G-Dur. Friedrich Wilhelm, der bei seinem königlichen Onkel aufwuchs, erlernte das Gambenspiel bei dem Hofmusiker Christian Ludwig Hesse, einem Sohn des berühmten Gambisten Ernst Christian Hesse. 1770 wechselte er zum Violoncello. Er spielte wenig originale Kompositionen, sondern machte sich durch Arrangements, die eigens für ihn angefertigt wurden, mit italienischen und französischen Opern vertraut. Viele der Werke hatte er bereits auf der Bühne des Königlichen Opernhauses gesehen. In der Übertragung für die Gambe wurden bestimmte Passagen gelegentlich eine Oktave tiefer gesetzt. Dies lässt darauf schließen, dass der Kronprinz im Lagenspiel nicht besonders geübt war. Interessant ist an diesem Beispiel, dass die Einzelnummer eine Arie des Titelhelden wiedergibt, also einer potentiellen Identifikationsfigur für den musik- und theaterbegeisterten Friedrich Wilhelm.
(Ulrike Eberle / Ruth Müller-Lindenberg)


Online Lesen
Carl Heinrich Graun: Montezuma. Auszüge. Arr.; vla da gamba, b; G-Dur; GraunWV B:I:29/19 .

Literatur
Henzel, Christoph: Berliner Klassik. Studien zur Graunüberlieferung im 18. Jahrhundert . Beeskow: ortus musikverlag, 2009 (Ortus-Studien 6).

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