Das Werk Montezuma

Exponat-Nr. 81: Jean Marius: »Clavecin brisé (Reisecembalo)« (Paris, zwischen 1700 und 1704)

© bpk | Musikinstrumenten-Museum SIMPK
MIM-Kat.-Nr. 288
Bild 1: bpk: 00012406 | Fotograf: Jürgen Liepe
Bild 2: bpk: 00070034 | Fotograf: Knud Petersen


Korpus aus Nußbaum, Resonanzboden aus Fichte. Resonanzbodenbemalung in Tempera (Blumen, Tiere, Ornamente). Außenseiten mit Gold auf rotem Lackgrund. Auf der Unterseite des Mittelteils ein Wappen mit Krone, links und rechts je ein Adler, darunter Oval aus Rankenwerk. Die drei Korpusteile sind zusammenklappbar.
Die regelmäßige Musikpraxis war dem König so wichtig, dass er auch auf Reisen und Feldzügen nicht darauf verzichten mochte. Dazu könnte ihm sein Reisecembalo gedient haben, das man falten konnte, so dass es beim Transport nur wenig Platz einnahm. Es stammte bereits aus dem Besitz seiner Großmutter, der Kurfürstin und späteren Königin Sophie Charlotte von Preußen.
Nach Friedrichs Tod zählte das Reisecembalo zu den Kostbarkeiten der Brandenburg-Preußischen Kunstkammer. Der Erfinder des Instruments, Jean Marius, erhielt im Jahr 1700 ein Patent auf seine Konstruktion, die er »Clavecin brisé« nannte. Das Instrument verfügt über drei Register: zwei Register in 8-Fuß-Lage und ein Register in 4-Fuß-Lage. Zusätzlich ist das Reisecembalo mit einem Stimmgerät an der linken, langen Basszarge ausgestattet. Es hat die Form eines Monochords mit Markierungen für die Saitenlängen der jeweiligen Töne. Der Klaviaturumfang reicht vom Kontra-G (mit kurzer und teilweise gebrochener G-Oktave) bis zum dreigestrichenen c. Die Malereien auf den Resonanzböden sind kunstvoll in Tempera ausgeführt. Auf dem Unterboden des mittleren Korpusteils findet sich ein Wappen ›FR‹ (Fridericus Rex, wohl für Friedrich I.), links und rechts daneben je ein Adler.
(Conny Restle)

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