Die Hofoper

Exponat-Nr. 21: C. Beyer: »Voltaire«

Lithographie nach einem Gemälde von Antoine Pesne
35 x 24,8 cm
© bpk | Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz
Kupferstichkabinett

bpk: 00094151 | Inv. 165 -124
Fotograf: Volker-H. Schneider


Die Bildunterschrift lautet:

»Voltaire peint par Pesne a son insçu a travers un trou pratiqué dans la porte de son cabinet par ordre de Frédéric le Grand«.

Demnach hatte Friedrich II. seinem Hofmaler Antoine Pesne den Auftrag gegeben, Voltaire durch ein Loch in der Wand zu malen. Das Gemälde lässt sich allerdings nicht mehr nachweisen.
Voltaire (eigentlich François -Marie Arouet, 1694–1778) war bereits ein wichtiger Impulsgeber der französischen Aufklärung, als Kronprinz Friedrich 1736 den Kontakt zu ihm aufnahm. Zu einem Treffen kam es 1740 und dann bis 1750 immer wieder, in Kleve, in Aachen, in Rheinsberg und Berlin. Schließlich folgte Voltaire 1750 der Einladung Friedrichs II. nach Potsdam und blieb bis 1753 am Hofe.
Der Brief, mit dem Kronprinz Friedrich sich erstmals an Voltaire wandte, stammt vom 8. August 1736, und Friedrich formuliert dort im Bezug auf Voltaires Tragödie Alzire ou les américains (1736) einen Gedanken, der auch seinem Montezuma-Entwurf zugrunde liegt:

»Alzire fügt dem Reiz der Neuheit den glücklich gewählten Kontrast zwischen den Sitten der Wilden und denjenigen der Europäer hinzu. Sie zeigen im Charakter des Gusman, dass ein schlecht verstandenes Christentum, das von falschem Eifer getrieben wird, barbarischer und grausamer macht als das Heidentum selber.«

(Ruth Müller-Lindenberg)

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