Kuriosa

Exponat-Nr. 106: Brief Friedrichs II. an seine Schwester, Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, 1753 | © GStA / Bildstelle

Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz
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BPH, Rep. 47 König Friedrich II., Nr. 305–10 (Lettres du Roi, 1753–55), fol. 5 Vs


Der Brief zeigt, dass der König sich sehr wohl dafür interessierte, was die Mitglieder seines Opernensembles machten, wenn sie gerade einmal nicht in Berlin waren. Der Flirt der Primadonna Giovanna Astrua, die 1755 die erste Darstellerin der Eupaforice in Montezuma werden sollte, ist ihm immerhin eine Erwähnung gegenüber der Schwester Wilhelmine wert:

Originaltext

»L’astrua a etée a prague elle m’a Contée que L’Imperatrisse avoit etée fort grasieuse envers elle, L’Empereur lui a dit ...quil voudrois etre son Schidschisbeo, L’Imperatrisse qui L’a entendue a dit passe pour celle la. Voila des belles anecdotes sans doute et de quoi augmentér la Reputation de L’astrua d’avoir Sû adousir la personne La plus jalouse de L’Univers en sa faveur.«
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Übersetzung

»Die Astrua war in Prag. Sie hat mir erzählt, dass die Kaiserin sehr freundlich zu ihr war. Der Kaiser hat ...ihr gesagt, er wolle ihr Cicisbeo sein, die Kaiserin, die das hörte, sagte nur, von mir aus. Sind das nicht schöne Anekdoten, die noch dazu den Ruhm der Astrua mehren, weil sie es vermochte, die eifersüchtigste Person des Universums für sich einzunehmen?«

Ein Cicisbeo war in der italienischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts der Hausfreund und Begleiter einer verheirateten Dame.

(Übersetzung und Text: Ruth Müller-Lindenberg)

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