Zur Conquista

Exponat-Nr. 97-99: Xipe Totec (aztekisch) Mitte 14. Jahrhundert bis 1521

97
Kopf von Xipe Totec
aztekisch
Mitte 14. Jahrhundert bis 1521

Stein
© Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz
Ethnologisches Museum

IV Ca 3708, Sammlung Uhde, 1862


98
Torso von Xipe Totec
aztekisch
Mitte 14. Jahrhundert bis 1521

Stein
© Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz
Ethnologisches Museum

IV Ca 3854, Sammlung Uhde, 1862


99
Füße von Xipe Totec
aztekisch
Mitte 14. Jahrhundert bis 1521

Stein
© Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz
Ethnologisches Museum

IV Ca 48183, Sammlung Uhde, 1862


Bild 1: Fotograf: Martin Franken
Bild 2: Fotografin: Anne-Katrin Breitenborn (SIM)


Die meisten Xipe-Totec-Skulpturen zeigen eine männliche Figur in der abgezogenen Haut eines Menschenopfers. Die Figuren haben gewöhnlich einen Einschnitt an der Stelle, wo dem Opfer das Herz herausgenommen worden war. Am Hinterkopf und im Rücken ist die Haut sorgfältig zusammengebunden.
Bei der Ankunft der Spanier war der Kult um Xipe Totec (»der sich häutet, unser Herr«) sehr verbreitet. Man feierte ihn zum Frühlingsanfang. Seine große Bedeutung beruht darauf, dass er mit der Erde und der Vegetation in Verbindung gebracht wurde. Während des Tlacaxipehualiztli-Festes zu Beginn der Regenzeit wurden Sklaven oder Gefangene geopfert. Man schnitt ihnen das Herz aus der Brust und zog die Haut ab, die von Priestern zwanzig Tage lang öffentlich umhergetragen wurde.
In der Oper Montezuma gibt es keine Menschenopfer; das Ritual wird von Cortes nur kurz erwähnt, als er die Azteken der Idolatrie beschuldigt, um das Massaker und die Zerstörung der Stadt Tenochtitlan zu rechtfertigen. Das verwundert nicht weiter, denn die Idealisierung der Azteken und ihres Herrschers, die Friedrich II. in seinem Textbuch vornahm, ließ sich damit nicht vereinbaren.
(Vicente Bernaschina)


Literatur
Todorov, Tzvetan: Die Eroberung Amerikas. Das Problem des Anderen. Übers. von Wilfried Böhringer. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1985.

Miller, Mary Ellen und Karl A. Taube: The Gods and Symbols of Ancient Mexico and the Maya. An Illustrated Dictionary of Mesoamerican Religion. London: Thames and Hudson, 1993.

Matos Moctezuma, Eduardo und Felipe Solís Olguín (Hrsg.): Azteken (Ausst. Berlin 2003). Katalogbearb. David Breuer / Jürgen Geiger. Köln: DuMont, 2003.

McEwan, Colin und Leonardo López Luján (Hrsg.): Moctezuma. Aztec Ruler (Ausst. London 2009 / 10). London: British Museum Press, 2009.

González González, Carlos Javier: »El sacrificio humano como generador de prestigio social. Los mexicas y el llamado sacrificio gladiatorio«, in: Leonardo López Luján und Guilhem Olivier (Hrsg.): El sacrificio humano en la tradición religiosa mesoamericana. México D. F.: Instituto Nacional de Antropología e Historia; Universidad Nacional Autónoma de México, 2010. S. 419 – 429.

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