Zur Conquista

Exponat-Nr. 84: Johann Georg Ziesenis: »Friedrich II., König von Preußen«, 1769

Öl auf Leinwand
Freies Deutsches Hochstift | Goethe-Museum mit Goethe-Haus, Frankfurt /Main
© bpk
Inv.-Nr. IV/1589 | bpk: 00005140
Fotograf: Lutz Braun


Friedrich II. ließ sich nicht gern malen. Als Voltaire ihn einmal um ein Porträt bat, antwortete der König: »Ich habe mich nicht malen lassen und werde das auch nicht mehr tun, kann Ihnen also nur eine Medaille geben.« Das gezeigte Gemälde galt lange als das einzige, das auf eine dem Porträtmaler Johann Georg Ziesenis gewährte Sitzung mit dem König zurück gehe; jedoch ist die Forschungslage nicht eindeutig. Sicher ist, dass Ziesenis in der ersten Hälfte der 1760 er Jahre eine Ölskizze anfertigte, auf deren Grundlage er später weitere Bilder malte. Die kunstwissenschaftliche Forschung befasste sich ausführlich mit der Frage, ob Ziesenis denn das Wesen des Königs getroffen habe und ob das Bild ihm ähnlich sei – mit unterschiedlichen Ergebnissen. Darauf kann es natürlich heute keine Antwort mehr geben. Das Bild stellt aber in der Friedrich-Ikonographie einen Kontrapunkt zu dem sehr bekannten Porträt des Malers Anton Graff (1781) dar, das den König als den »Alten Fritz« im Bewusstsein verankerte.
(Ruth Müller-Lindenberg)


Literatur
Schrader, Karin: Der Bildnismaler Johann Georg Ziesenis (1716 –1776). Leben und Werk mit kritischem Œuvrekatalog. Münster: 1995.

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